Alle zwei Jahre verwandelt sich das Düsseldorfer Messegelände im Frühjahr in den Treffpunkt der Draht- und Kabelindustrie. Die wire läuft parallel zur Tube, der internationalen Fachmesse für Rohre, und versammelt Aussteller aus mehreren Dutzend Ländern. Auf einem so internationalen Parkett entscheidet die Sprachplanung mit darüber, wie viele Fachgespräche eine Messewoche hervorbringt.

Eine Messewoche Draht und Kabel für ein Publikum aus aller Welt

Die wire belegt einen großen zusammenhängenden Hallenblock, die Tube die Hallen davor. Zuletzt kam mit der World of Cables eine eigene Sonderfläche für Kabelendprodukte hinzu. Die genaue Belegung veröffentlicht die Messe Düsseldorf zu jeder Ausgabe, die Jahrgänge bis 2032 stehen in unserem Messekalender.

Wer durch diese Hallen geht, trifft Maschinenbauer, Werkstoffhersteller, Kabelwerke, Handelshäuser und Prüfdienstleister. Viele Aussteller reisen in Länder- und Gemeinschaftsbeteiligungen an, entsprechend gemischt ist das Besucherfeld: Einkauf, Werksleitung, Konstruktion, Handelsvertretungen und ganze Delegationen. Entscheidungen über Anlagen reifen dabei über mehrere Gespräche und im Kreis mehrerer Personen. Ihr Stand hat die Aufgabe, diese Gespräche für alle Beteiligten anschlussfähig zu machen.

Beschriftung, die sich in Sekunden erschließt

Der Gang ist voll, laut und schnell. In dieser Situation trägt die oberste Beschriftungsebene die Hauptlast, und sie kommt am besten fast ohne Sprache aus: Produktkategorie, Werkstoff und Anwendung als große Zahl, klares Piktogramm oder eindeutiges Exponat. Firmenname groß, Aussage darunter kurz.

Englisch übernimmt am Stand die Hauptrolle, Deutsch steht daneben, weitere Sprachen kommen gezielt dort dazu, wo Ihre Zielmärkte liegen. Halten Sie die Textmengen bewusst knapp, denn Übersetzungen brauchen häufig mehr Platz als das deutsche Original, und dieselbe Fläche soll sie alle tragen. Achten Sie außerdem auf Schriftschnitte, die kyrillische, arabische und chinesische Zeichen sauber darstellen, dazu auf großzügige Schriftgrade und hohen Kontrast. Auf einer Messe, auf der viele Besucher in ihrer zweiten oder dritten Sprache lesen, wirkt gute Lesbarkeit wie eine Einladung.

Maßeinheiten und Normen: die stille Übersetzungsarbeit

Ein Datenblatt in Millimetern liest sich in Nordamerika anders als in Europa. Nennen Sie Durchmesser deshalb metrisch und in Zoll, ergänzen Sie bei Drähten die im Zielmarkt gebräuchliche Gauge-Angabe und geben Sie Zugfestigkeiten in beiden Einheitensystemen an. Gleiches gilt für Normen: Wer neben der europäischen Norm die international gebräuchliche Entsprechung nennt, erspart dem Gegenüber einen Rechercheschritt und wirkt vorbereitet.

Am Stand lässt sich das elegant lösen. Eine Umrechnungstafel als gestaltetes Grafikelement, Exponatschilder mit beiden Werten, ein Tablet, auf dem sich die Einheit per Fingertipp umschalten lässt. Solche Details wirken klein und entscheiden oft darüber, ob ein Gespräch technisch wird oder höflich bleibt.

Unterlagen, die Besucher tatsächlich mitnehmen

Papier reist ungern um die halbe Welt. Deutlich besser funktionieren QR-Codes direkt am Exponat, die auf ein Datenblatt in der passenden Sprache führen, mit Sprachauswahl auf der Zielseite und Sprachkürzel im Dateinamen. So bleibt der Prospektbestand am Stand schlank und die Information trotzdem vollständig.

Bei der Leaderfassung zahlt sich Sorgfalt aus. Erfassen Sie mit ausdrücklicher Einwilligung neben den Kontaktdaten auch die bevorzugte Sprache und die Zeitzone. Dann erreicht Ihr Nachfassen den Interessenten in seiner Sprache und zu einer Uhrzeit, zu der er am Schreibtisch sitzt. Diese beiden Felder kosten im Gespräch drei Sekunden und verbessern die Antwortquote nach der Messe spürbar.

Denken Sie auch an das gedruckte Minimum. Eine einseitige Übersicht je Produktlinie, beidseitig bedruckt und in den drei für Sie wichtigsten Sprachen vorrätig, passt in jede Tasche und übersteht den Rückflug. Alles Weitere lebt digital und lässt sich jederzeit aktualisieren.

Gastfreundschaft, die auf Delegationen eingestellt ist

Internationale Besucher kommen häufig zu mehreren. Planen Sie Gruppen von drei bis acht Personen ein, die gemeinsam entscheiden: ein großzügiger Tisch, ausreichend Sitzplätze, ein abtrennbarer Bereich für längere Verhandlungen. Ein solcher Raum bringt auf der wire mehr als eine weitere Vitrine.

Bei der Bewirtung genügen wenige Gedanken für große Wirkung. Tee, Wasser und Kaffee stehen bereit, alkoholfreie Getränke sind selbstverständlich, bei Speisen ergänzen vegetarische und halal-taugliche Optionen die Auswahl. Namensschilder tragen Vor- und Nachnamen in lateinischer Schrift, Visitenkarten überreicht das Standteam mit beiden Händen, und für wichtige Termine steht eine Dolmetscherin oder ein Dolmetscher bereit. Wie sich solche Zonen räumlich lösen lassen, zeigen unsere Referenzen aus Industrieprojekten.

Hilfreich ist außerdem ein einfacher Sprachplan im Team: Wer spricht welche Sprache, wer übernimmt welche Region, wer steht am ersten Tag am Gang. Ein kleines Fähnchen am Namensschild macht das für Besucher sichtbar und öffnet Gespräche schneller als jede Ansprache.

Was von der Sprache am Stand übrig bleibt

Nach einer vollen Messewoche erinnern sich Besucher an wenige Dinge: an ein Exponat, das sie anfassen durften, an eine Zahl, die sie sofort verstanden haben, und an ein Gespräch, in dem sie sich willkommen fühlten. Mehrsprachigkeit auf der wire heißt deshalb weniger, alles zu übersetzen, und mehr, das Wesentliche für jeden lesbar zu machen.

Wenn Sie Ihren Auftritt in Düsseldorf planen, lohnt sich ein früher Blick auf Beschilderung, Einheiten, Unterlagen und Gesprächszonen. Gern entwickeln wir diesen Teil gemeinsam mit Ihnen, bevor der erste Entwurf entsteht: eine kurze Anfrage genügt.