Vier Fachmessen unter einem Dach, jedes Jahr im Juni, mit Batteriespeichern, Wechselrichtern, Ladesäulen und kompletten Energiesystemen als Exponaten: The smarter E Europe gehört zu den Veranstaltungen, bei denen der Aufbau ein eigenes Projekt darstellt. Wer Anlieferung, Zeitfenster und Hebetechnik früh durchplant, verschafft sich am letzten Aufbautag genau die Ruhe, die dann Gold wert ist.
Vier Messen auf einem Gelände geben den Takt vor
Unter dem Dach von The smarter E Europe laufen Intersolar Europe für die Solarbranche, ees Europe für Batterien und Speichersysteme, Power2Drive Europe für Ladeinfrastruktur und Elektromobilität sowie EM-Power Europe für Energiemanagement und integrierte Energielösungen. Alle vier belegen im Juni gemeinsam das Gelände der Messe München, Hallen und Freiflächen zusammen.
Schon diese Aufteilung sagt viel über die Exponate aus. Auf der Solarseite dominieren Module, Montagesysteme und Wechselrichter, bei den Speichern stehen Batterieschränke und Racks im Raum, Power2Drive bringt Ladesäulen, Kabelmanagement und gelegentlich ganze Fahrzeuge mit, und im Energiemanagement zeigen Aussteller vor allem Software, Regeltechnik und Schaltschränke. Gewicht, Abmessungen und Anschlussbedarf unterscheiden sich damit von Halle zu Halle erheblich.
Diese Bündelung erzeugt eine Aufbauverdichtung, die in der Planung mitgedacht gehört. In derselben Woche rollen Standbauer, Speditionen und Technikdienstleister für vier Messen an, teilweise mit sehr schweren Exponaten. Jede Stunde Wartezeit im Ladehof fehlt später am Stand. Die verbindlichen Aufbauzeiten, Hallenzuordnungen und Zufahrtsregeln stehen im Verkehrsleitfaden und den Ausstellerunterlagen der jeweiligen Ausgabe.
Zufahrt und Zeitfenster: der Weg über das Verkehrsleitsystem
Die Messe München steuert die Anlieferung über ein Verkehrsleitsystem mit Online-Zeitfensterbuchung. Für längere Fahrzeuge gilt zu den im Verkehrsleitfaden ausgewiesenen Zeiten eine Buchungspflicht, dazu kommen ein Check-in vor der Zufahrt und eine begrenzte Aufenthaltsdauer im Gelände. Freie Stellflächen im Ladehof werden dem Fahrer gemeldet, sobald sein Fenster beginnt.
Für Ihre Planung heißt das dreierlei. Erstens gehört die Zeitfensterbuchung in denselben Kalender wie der Standbau, mit Puffer für Anfahrt und Umschlag. Zweitens lohnt es sich, mehrere kleine Anlieferungen zu einer gebündelten Fuhre zusammenzufassen, weil jedes zusätzliche Fahrzeug ein eigenes Fenster bindet. Drittens sollte die Ladereihenfolge im Lkw der Aufbaureihenfolge am Stand entsprechen: zuerst Boden und Unterkonstruktion, zuletzt Grafik und Dekoration.
Ein Messebauer mit eigenem Fuhrpark hat hier einen praktischen Vorteil, weil Beladung, Fahrer und Aufbauteam derselben Disposition folgen. Wie wir Logistik und Montage in unseren Ablauf einbinden, beschreibt die Seite zum Mietstand mit ihren Modulen.
Schwere Exponate verlangen einen eigenen Plan
Kaum eine andere Branche bringt so viel Gewicht auf die Fläche. Batterieschränke, Großwechselrichter, Trafostationen und Ladesäulen erreichen schnell Größenordnungen, bei denen die Punktlast des Hallenbodens zur planungsrelevanten Größe wird. Die zulässigen Werte je Halle nennen die Technischen Richtlinien der Messe München.
Daraus ergeben sich mehrere Schritte, die weit vor dem Aufbau stattfinden:
- Lastverteilung klären. Schwere Exponate erhalten Lastverteilplatten oder eine verstärkte Unterkonstruktion. Die Position im Grundriss folgt damit ebenso der Statik wie der Gestaltung.
- Hebetechnik bestellen. Stapler- und Kranleistungen laufen auf dem Messegelände über den zugelassenen Messespediteur. Bestellen Sie diese Leistungen mit Termin, statt sie vor Ort zu improvisieren.
- Leergut disponieren. Transportgestelle, Paletten und Kisten wandern während der Laufzeit in ein bewirtschaftetes Leergutlager. Auch das gehört rechtzeitig bestellt.
- Anschlüsse anmelden. Starkstrom für Umrichter und Ladepunkte, dazu Datenanbindung: Diese Bestellungen laufen direkt beim Veranstalter und haben eigene Fristen.
Die Aufbaureihenfolge am Stand
Ein Aufbau, der von unten nach oben gedacht ist, spart erfahrungsgemäß den meisten Stress.
Zuerst entsteht der Bodenaufbau, bei Ladeinfrastruktur häufig als Podest mit geschützter Kabelführung. Danach folgen Unterkonstruktion und tragende Elemente, anschließend werden die schweren Exponate eingebracht, solange die Fläche noch frei zugänglich ist. Erst dann schließen sich Wandfelder, Systemrahmen und Deckenelemente. Abhängungen und Traversen laufen über den Veranstalter und brauchen einen frühen Termin, weil die Rigging-Teams hallenweise arbeiten.
Textile Bespannungen, Grafiken, Beleuchtung und Medientechnik kommen zum Schluss, gefolgt von Elektroabnahme, Feinreinigung und Funktionstest der Exponate. Ein modularer Systemaufbau spielt bei diesem Takt seine Stärke aus: werkzeuglos steckbare Rahmen verkürzen die reine Montagezeit deutlich und schaffen Puffer für die Technik.
Freiflächen bringen eigene Regeln mit
Ein Teil der Aussteller zeigt auf den Außenflächen, etwa Speichercontainer, Ladeparks oder Fahrzeuge. Dort ändert sich die Ausgangslage: Der Untergrund ist Asphalt statt Hallenboden, Verankerungen entfallen zugunsten von Ballastierung, und Windlasten fließen in die Statik ein. Aufbauten im Freien brauchen daher meist einen Standsicherheitsnachweis und eine frühzeitige Abstimmung mit der Messegesellschaft.
Auch Wetter gehört zur Logistik. Empfindliche Elektronik reist besser in wettergeschützten Kisten an, Grafiken werden erst bei trockener Witterung montiert, und eine überdachte Gesprächszone wirkt im Juni sowohl gegen Sonne als auch gegen Schauer.
Weil die Branche selbst für Kreislauf und Ressourceneffizienz steht, zahlt eine wiederverwendbare Standarchitektur hier doppelt ein: fachlich glaubwürdig und logistisch schlank. Mehr dazu auf unserer Seite zum nachhaltigen Messebau.
Ein ruhiger letzter Aufbautag als Planungsziel
Der beste Gradmesser für gelungene Standlogistik ist der Abend vor der Eröffnung: Stand fertig, Exponate laufen, Team entspannt beim Briefing. Dorthin führen wenige, aber konsequent eingehaltene Schritte, nämlich früh gebuchte Zeitfenster, eine Ladereihenfolge nach Aufbaulogik, bestellte Hebetechnik und ein Systemstand, der sich zügig montieren lässt.
Wenn Sie Ihren Auftritt in München vorbereiten, gehen wir den Ablauf gern gemeinsam durch, von der Anlieferung bis zur Abnahme. Der Einstieg gelingt über eine kurze Anfrage.