Alle zwei Jahre teilen sich in Düsseldorf zwei Weltleitmessen ein Gelände: die Tube für Rohre und die wire für Draht und Kabel. Wer auf der Tube ausstellt, bringt häufig eine laufende Maschine mit, und die belegt genau die Fläche, die auch das Verkaufsgespräch gut gebrauchen könnte. Eine zweite Ebene löst diese Konkurrenz um Quadratmeter erstaunlich elegant.

Fünf Tage Rohr, Draht und volles Gelände

Die Tube läuft im Zweijahresrhythmus über fünf Messetage im April, parallel zur wire auf demselben Gelände. Der nächste Termin liegt im April 2028, danach folgen 2030 und 2032. Zur Ausgabe 2026 nannte die Messe Düsseldorf rund 1.200 Tube-Aussteller aus 54 Ländern; gemeinsam mit der wire kamen etwa 2.700 Aussteller aus 65 Ländern zusammen.

Die Belegung folgt einer klaren Trennung. 2026 lag die Tube in den Hallen 1 bis 7.0, die wire in den Hallen 9 bis 17. Verbindlich ist je Ausgabe der offizielle Hallenplan des Veranstalters, denn die Zuordnung wandert mit dem Anmeldestand.

Das Angebot der Tube reicht von Rohstoffen über Rohrfertigung und Rohrbearbeitung bis zu Handel, Umformtechnik, Zubehör und Verbindungstechnik. Schwerpunkte wie Edelstahl und Sonderwerkstoffe, Wasserstofftechnologie, Kunststoffrohre oder Trenn- und Schneidtechnik ziehen jeweils eigenes Fachpublikum an. Weil nebenan die wire läuft, bleiben viele Besucher mehrere Tage auf dem Gelände und kommen für ein vertieftes Gespräch ein zweites Mal an Ihren Stand. Genau dafür lohnt sich Sitzfläche.

Die Maschine unten gibt den Grundriss vor

Auf der Tube ist das Exponat oft eine arbeitende Maschine: eine Biegemaschine, eine Säge, eine Endenbearbeitung, eine Schweiß- oder Prüfanlage. Solche Exponate beanspruchen deutlich mehr als ihre reine Aufstellfläche.

Dazu gehören Sicherheitsabstände rund um bewegte Teile, Medienanschlüsse für Strom und Druckluft, eine Zuführung für das Material und ein Auslauf für das fertige Teil. Bei Rohren in Standardlängen entsteht daraus schnell eine Achse quer über den halben Stand. Späne, Kühlmittel und Geräusch verlangen zusätzlich nach Abschirmung, und die kostet ebenfalls Breite.

Rechnet man Empfang, Lager, Garderobe und Sitzplätze hinzu, ist eine mittlere Standfläche rasch vergeben. Genau an dieser Stelle beginnt die Überlegung, die Gesprächszone aus dem Erdgeschoss herauszunehmen. Vorher gehören Bodenlasten, Anlieferzeitfenster und Staplerwege in die Planung, denn die Maschine steht meist schon am ersten Aufbautag auf der Fläche und legt fest, wo danach überhaupt noch gebaut werden kann.

Die zweite Ebene als Gesprächsraum über der Halle

Eine obere Ebene schafft Ruhe dort, wo unten Technik läuft. Typisch ist eine Kombination aus geschlossenem Besprechungsraum und offener Lounge, dazu ein Cateringpunkt und Platz für Garderobe und Koffer. Der Blick über die Halle wirkt als angenehmer Nebeneffekt: Wer oben sitzt, verfolgt die Bewegung im Gang und bleibt trotzdem ungestört.

Bei fünf Messetagen zahlt sich das doppelt aus. Das Standteam gewinnt einen Rückzugsort für Pausen und Vorbereitung, und Ihre Kunden führen technische Gespräche in normaler Lautstärke. Die Brüstung der oberen Ebene wird zugleich zur größten Werbefläche des Standes und macht Sie über mehrere Gänge hinweg erkennbar, was in Hallen voller ähnlich hoher Systemstände viel wert ist.

Die Treppe verdient dabei eigene Aufmerksamkeit. Sie kostet Grundfläche, und sie führt den Gast bewusst nach oben: Der Aufstieg markiert den Übergang vom Zeigen zum Verhandeln. Eine offene, gut beleuchtete Treppe zur Gangseite hin lädt ein und wirkt einladender als eine Lösung, die hinter der Maschine verschwindet.

Flächengewinn gelingt auch in kleinerem Maßstab. Hohe Grafikwände, vertikale Rohrpräsentationen, ein Podest mit Stauraum darunter und in die Wandzüge integrierte Schränke schaffen Platz, ohne den Grundriss zu vergrößern. Solche Lösungen decken einen Teil des Bedarfs; die zweite Ebene deckt ihn vollständig und schafft zusätzlich Diskretion.

Was Düsseldorf für die zweite Ebene verlangt

Zweigeschossige Stände sind genehmigungspflichtig. Bemaßte Standpläne mit Grundriss und Ansichten gehen rechtzeitig vor Aufbaubeginn an die Messe Düsseldorf, dazu kommt der Statiknachweis. Der Aufbau startet nach dem Genehmigungsvermerk.

Die Technischen Richtlinien der Messe Düsseldorf regeln unter anderem lichte Mindesthöhen für beide Ebenen, eine geschlossene Ausführung der oberen Deckenfläche, Anforderungen an Treppen und Rettungswege sowie die Zustimmung der Nachbarn, wenn die obere Ebene zu deren Seite hin offen gestaltet ist. Für die Fläche im Obergeschoss fällt in der Regel eine zusätzliche Gebühr je Quadratmeter an, und einzelne Hallen begrenzen die Bauhöhe zusätzlich. Die konkreten Werte und Fristen nennt die jeweils gültige Fassung der Richtlinien; ein Blick hinein gehört an den Anfang der Planung.

Praktisch heißt das: Die Entscheidung für eine zweite Ebene fällt früh, weil sie Grundriss, Statik, Aufbauzeit und Budget gleichzeitig berührt. Wie solche Projekte aussehen, zeigen unsere Referenzen aus dem Messebau, darunter ein zweigeschossiger Stand für Simpson Strong-Tie.

Die Weichen stellt die Flächenbuchung

Der beste Zeitpunkt für diese Überlegung liegt vor der Flächenbuchung. Skizzieren Sie zuerst die Maschine samt Zuführung und Auslauf, legen Sie dann Empfang und Lager daneben und prüfen Sie, was an Gesprächsfläche übrig bleibt. Fällt das Ergebnis knapp aus, sprechen Sie mit dem Veranstalter über Hallenlage, Bauhöhe und Nachbarschaft, solange der Vertrag noch offen ist. Die Termine der kommenden Jahrgänge stehen in unserem Messekalender.

Wenn Sie Ihren Tube-Auftritt in diese Richtung entwickeln möchten, rechnen wir gern eine Variante mit und eine ohne zweite Ebene durch. Eine kurze Beschreibung Ihrer Maschine und Ihrer Wunschfläche genügt für den Einstieg: Messestand anfragen.