Auf der SPS in Nürnberg zählt jeder Quadratmeter doppelt. Die Hallen sind dicht belegt, die Gespräche fachlich und lang, und viele Aussteller stehen vor derselben Aufgabe: mehr Exponate, mehr Besprechungsplätze und mehr Stauraum auf einer Fläche, die seit Jahren gleich groß ist. Die Antwort liegt oft über dem Kopf der Besucher.

Drei Tage Automatisierung auf dichtem Raum

Die SPS, kurz für Smart Production Solutions, ist die Fachmesse für industrielle Automatisierung und findet jährlich auf dem Gelände der NürnbergMesse statt. Der nächste Termin liegt vom 24. bis 26. November 2026, die Jahrgänge 2027 bis 2032 folgen im gleichen Takt. Zuletzt verteilten sich rund 1.000 Aussteller auf etwa 112.000 Quadratmetern in bis zu 17 Hallen, dazu kamen etwa 65.700 Besucherinnen und Besucher sowie mehrere Fachforen in den Hallen.

Das Publikum kommt aus Konstruktion, Entwicklung, Instandhaltung, Systemintegration und Einkauf. Es reist mit konkreten Projekten an, vergleicht Steuerungen, Antriebe, Sensorik und Software im Detail und stellt Fragen, die ein Datenblatt allein selten beantwortet. Entsprechend hoch ist der Bedarf an ruhigen Gesprächsplätzen direkt am Stand.

Zugleich bleibt die Standfläche in Nürnberg für viele Aussteller knapp, weil die Nachfrage in den Kernhallen hoch ist. Wer seine Fläche kaum vergrößern kann, gewinnt Raum am ehesten in der Höhe. Termine und weitere Industriemessen führt unser Messekalender.

Wann sich die zweite Ebene rechnet

Ein zweigeschossiger Stand verdoppelt die nutzbare Fläche nahezu, ohne zusätzliche Quadratmeter zu buchen. Sinnvoll wird er ab einer gewissen Grundfläche, weil Treppe, Stützen und Geländer selbst Platz belegen und die Statik ausreichend Auflagerpunkte braucht. Als Faustregel gilt: Je größer die Grundfläche, desto günstiger fällt das Verhältnis zwischen Erschließung und gewonnener Nutzfläche aus.

Drei Situationen sprechen besonders für die zweite Ebene.

Erstens ein hoher Anteil vertraulicher Gespräche. Wer Projektpreise, Lieferzeiten oder Konstruktionsdetails bespricht, gewinnt mit einem geschlossenen Besprechungsraum oben deutlich an Ruhe, während unten die Exponate weiter arbeiten.

Zweitens ein großes Standteam. Automatisierer bringen häufig Anwendungstechnik, Vertrieb und Produktmanagement mit. Ein Rückzugsbereich mit Garderobe, Kaffee und Sitzgelegenheit hält das Team über drei intensive Messetage hinweg leistungsfähig.

Drittens Sichtbarkeit in der Halle. Eine erhöhte Brüstung mit Logo wirkt weit über die Gangbreite hinaus und macht Ihren Stand in einer dicht belegten Halle auffindbar.

Wirtschaftlich trägt die zweite Ebene besonders dann, wenn die Konstruktion wiederverwendbar ist und mehrere Jahrgänge der SPS begleitet. Wie sich die Posten dahinter zusammensetzen, klärt sich am zuverlässigsten am konkreten Grundriss.

Oben Ruhe, unten Technik

Die Aufteilung folgt einer einfachen Logik: Alles, was Publikum anzieht, bleibt ebenerdig, alles, was Konzentration braucht, wandert nach oben.

Im Erdgeschoss stehen die Exponate, die Empfangstheke und offene Stehplätze für das kurze Fachgespräch. Steuerungsschränke, Roboterzellen und Antriebsmuster brauchen hier Bewegungsfläche, sichere Kabelführung und Licht, das Bauteile klar zeigt. Auch der Lagerraum bleibt besser unten, weil Kisten und Ersatzteile so ohne Treppe erreichbar sind.

Im Obergeschoss liegen Besprechungsräume, ein kleiner Teambereich und gegebenenfalls eine Sitzgruppe für längere Verhandlungen. Wichtig sind dort eine spürbar bessere Akustik, ausreichende Belüftung und stabile Netzanbindung für Demos am Bildschirm.

Die Treppe verdient besondere Aufmerksamkeit. Sie ist zugleich Erschließung und Blickfang. Eine offene Konstruktion mit gut ausgeleuchteter Wange wirkt einladend, während eine geschlossene Wange zusätzliche Fläche für Grafik liefert. Positionieren Sie die Treppe so, dass sie die Gangfront freihält und Gäste an den Exponaten vorbeiführt.

Denken Sie außerdem an die Fläche unter der zweiten Ebene. Dort entstehen wertvolle Nischen für Lager, Technikschrank, Garderobe oder eine ruhige Sitzecke.

Genehmigung, Statik und Vorlauf

Ein zweigeschossiger Aufbau gilt auf der SPS als Sonderkonstruktion. Er ist genehmigungspflichtig, kostenpflichtig und wird von der Veranstaltungstechnik der NürnbergMesse geprüft.

Einzureichen sind bemaßte Standpläne mit Grundrissen und Ansichten in geeignetem Maßstab, dazu die statischen Nachweise für die tragende Konstruktion. Die genauen Fristen, Maßstäbe und Formate stehen in den Standbaurichtlinien der jeweiligen Ausgabe, ebenso die zulässigen Bauhöhen, die je Halle abweichen können. Der Aufbau startet, sobald der Genehmigungsvermerk vorliegt.

Für Ihre Planung heißt das: Beginnen Sie mit Konzept und Statik deutlich früher als bei einem einfachen Reihenstand. Ein Vorlauf von sechs bis zwölf Monaten gibt Raum für Entwurf, Prüfung, Rückfragen des Veranstalters und die Fertigung. Wir übernehmen die Abstimmung mit der Veranstaltungstechnik als Teil unserer Leistungen und liefern die Unterlagen prüffähig ab.

Praktischer Hinweis: Sonderkonstruktionen brauchen längere Auf- und Abbauzeiten und größere Anlieferfenster. Klären Sie beides zusammen mit der Genehmigung, damit Logistik und Montage zusammenpassen.

Flächengewinn auch ohne zweite Ebene

Bei kleineren Ständen liefert die Höhe ebenfalls Reserven, allein mit anderen Mitteln.

Hochgezogene Systemwände nutzen den zulässigen Bauhöhenrahmen aus und tragen Grafik weit über die Gangbreite hinaus. Wandmontierte Exponate lassen Bodenfläche frei, was gerade bei Sensorik, Klemmen und Steuerungskomponenten gut funktioniert.

Ein Deckenbanner oder eine Abhängung, sofern die Halle und die Richtlinien sie zulassen, hebt Ihren Namen über die Standreihe. Klappbare Tischflächen, rollbare Sitzgruppen und Stauraum unter Podesten schaffen zusätzlich Bewegungsfläche zu den Stoßzeiten.

Auch digital gewinnen Sie Platz: Ein interaktiver Bildschirm zeigt Varianten, die als Hardware mehrere Quadratmeter belegen würden. Bei begrenztem Budget bleibt zudem der gemietete Systemstand eine gute Option, weil sich die Grundfläche mit modularen Elementen sehr dicht bespielen lässt.

Kurz zusammengefasst

Die SPS verlangt in Nürnberg eine klare Entscheidung über die Nutzung der Höhe. Ab einer ausreichenden Grundfläche liefert die zweite Ebene Besprechungsraum, Teamfläche und Fernwirkung, während unten die Technik im Mittelpunkt bleibt. Kleinere Stände holen ähnliche Effekte über hohe Wände, wandmontierte Exponate und digitale Darstellung.

Beide Wege beginnen mit derselben Frage: Wie viele Gespräche möchten Sie gleichzeitig führen. Darüber sprechen wir gern früh genug, damit Genehmigung und Fertigung entspannt laufen. Ihre Anfrage nehmen wir unter Messestand anfragen entgegen.