Am 25. November 2025 hat Messe Frankfurt eine Nachricht verschickt, die den Kalender einer ganzen Branche verschiebt: Die Prolight + Sound findet künftig ohne den Standort Frankfurt statt. Nach 30 Jahren am Main verliert die Veranstaltungstechnik damit ihren größten deutschen Treffpunkt. Für Aussteller rückt sofort eine praktische Frage nach vorn: Wohin wandern Budget, Standfläche und Termine im Frühjahr 2026?
Was Messe Frankfurt mitgeteilt hat
Die Mitteilung fällt knapp aus. Messe Frankfurt hat geprüft, wie sich die Prolight + Sound in die Light + Building 2026 einfügen lässt, und kommt zu dem Schluss, dass die Nachfrage nach einem eigenständigen Prolight + Sound-Themenareal zu gering ausfällt. Der gewohnte Mehrwert für Aussteller und Fachbesucher ließe sich unter diesen Bedingungen schwer halten. Damit endet die Messe am Standort Frankfurt.
Ein Teil der Unternehmen, die für das Themenareal vorgesehen waren, zeigt seine Technik künftig direkt in den regulären Produktbereichen der Light + Building. Der Veranstalter beschreibt die Entscheidung als schwer und bedankt sich bei Partnern, Ausstellern und Besuchern der vergangenen drei Jahrzehnte.
Vom Jubiläum zum Themenareal: die Chronologie
Die Entwicklung lief in drei Schritten ab.
Im Juli 2025 stellte Messe Frankfurt die Prolight + Sound 2026 neu auf: drei statt vier Messetage, geplant vom 24. bis 26. März 2026, mit geschärftem Programm und dem Versprechen, drei Tage zu liefern, die bewegen.
Ende September 2025 lief die Frühbucherfrist aus. Die Zahl der Anmeldungen blieb hinter der Planung zurück. Im Oktober zog der Veranstalter die Konsequenz und sagte die eigenständige Messe ab. Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt, verwies dabei auf die Anmeldelage der Hersteller und auf die Verantwortung gegenüber Ausstellern und Besuchern. Als neue Heimat war ein Prolight + Sound-Themenareal innerhalb der Light + Building vorgesehen, zentral auf dem östlichen Gelände.
Sieben Wochen später steht fest: Auch dieses Areal entfällt.
Die letzte Ausgabe zeigt, welche Größenordnung fehlt
Ein Blick auf die Bilanz 2025 lohnt sich. Vom 8. bis 11. April 2025 feierte die Prolight + Sound ihr 30. Jubiläum in Frankfurt: 491 Aussteller, 23.031 Fachbesucher aus 108 Ländern, rund 36 Prozent davon aus dem Ausland, dazu über 580 Programmpunkte an vier Tagen. 83 Prozent der Besucher zeigten sich rundum zufrieden. Das größte Interesse galt mit 63 Prozent der Lichttechnik.
Genau dieser Schwerpunkt erklärt, warum die Light + Building als Anschluss im Gespräch war. Die Prolight + Sound startete 1995 als Begleitmesse der Musikmesse, hielt sich nach deren Ende 2022 vier Jahre als eigenständige Veranstaltung und schließt nun ihren Frankfurter Zyklus.
Light + Building: dieselbe Stadt, ein anderes Publikum
Die Light + Building läuft vom 8. bis 13. März 2026 in Frankfurt. Wer dort ausstellt, trifft Architekturbüros, Lichtplaner, Gebäudetechniker, Elektrohandwerk und Facility Management. Das ist ein anderes Publikum als die Rigger, Tontechniker, Verleiher und Produktionsfirmen der Prolight + Sound.
Für den Messeauftritt heißt das: Der Stand erzählt eine andere Geschichte. Statt Bühnenatmosphäre und Demoflächen für Licht und Ton zählen Planungssicherheit, Schnittstellen, Normen und Referenzobjekte. Wie ein Auftritt in diesem Umfeld aufgebaut sein kann, zeigen wir auf unserer Seite zum Messestand für die Light + Building.
Wo sich die Branche 2026 trifft
Der deutsche Kalender bleibt gefüllt. Die LEaT X in München steht für den 4. und 5. März 2026 im Programm, die LEaT con in Hamburg vom 6. bis 8. Oktober 2026. Beide Formate wachsen seit Jahren und gewinnen durch die Entwicklung in Frankfurt zusätzliches Gewicht.
International bleibt die Marke Prolight + Sound aktiv. Die Prolight + Sound Guangzhou zählte zuletzt über 2.200 Aussteller und rund 110.000 Fachbesucher. Im Herbst folgt die Premiere in Südostasien: Die Prolight + Sound Bangkok findet vom 30. September bis 2. Oktober 2026 im BITEC statt, gemeinsam mit VNU Exhibitions Asia Pacific.
Eigene Bühnen gewinnen an Wert
Wenn eine Leitmesse ihren Platz räumt, verlagert sich Aufmerksamkeit auf eigene Formate. Roadshows, Showrooms und Hausmessen erreichen genau die Kunden, die sonst über den Messegang gekommen wären.
Modularer Systembau spielt hier seine Stärke aus: Dieselben Aluminiumrahmen, LED-Kacheln und textilen Bespannungen tragen den Auftritt auf einer Fachmesse, im eigenen Showroom und auf der nächsten Roadshow. Bei uns lagern diese Bauteile digital erfasst ein und gehen mehrfach auf Reise. Wer Fläche flexibel halten will, findet beim Messestand mieten den passenden Weg.
Frankfurt bleibt ein starker Messeplatz
Ambiente, Christmasworld, Heimtextil, ISH, Automechanika, Formnext, Achema und die Buchmesse füllen das Gelände weiterhin. Der Standort trägt sich also, auch ohne die Prolight + Sound. In unserem Messekalender sehen Sie auf einen Blick, wann welche Messe ansteht.
Von Offenbach aus sind wir in wenigen Minuten am Frankfurter Gelände und begleiten Aussteller von der ersten Skizze bis zum Rückbau. Wenn Ihr Auftritt für 2026 gerade neu sortiert wird: Sprechen Sie uns an, wir denken die Alternative mit Ihnen durch.