Rund 1.100 Aussteller in elf Hallen, etwa 70 Prozent davon aus dem Ausland: Alle vier Jahre versammelt die drinktec in München die gesamte Getränke- und Liquid-Food-Industrie. Auf den Ständen treffen dabei zwei sehr verschiedene Welten aufeinander, blank polierte Anlagentechnik und die sinnliche Welt des fertigen Getränks. Licht und Oberflächen entscheiden darüber, ob beide zusammenfinden.

Zwei Welten unter einem Hallendach

Die drinktec fand zuletzt vom 15. bis 19. September 2025 auf dem Gelände der Messe München statt, im Kalender steht als kommender Jahrgang 2029, üblicherweise ebenfalls im September. Gezeigt wird die vollständige Wertschöpfungskette: Rohstoffe und Zutaten, Prozesstechnik für alkoholfreie und alkoholische Getränke sowie Milchprodukte und flüssige Lebensmittel, Abfüll- und Verpackungstechnik samt PET-Kreislauf und schließlich Marketing- und Designlösungen.

Daraus entsteht die gestalterische Doppelaufgabe dieser Messe. In einer Halle steht eine Abfüllanlage aus poliertem Edelstahl, wenige Meter weiter präsentiert eine Marke ihre neue Rezeptur in der Flasche. Viele Aussteller zeigen beides auf derselben Fläche: links die Technik, rechts das Ergebnis.

Die Münchner Hallen sind stützenfrei und hoch. Das Hallenlicht liegt weit über den Ständen und verteilt sich gleichmäßig, wodurch eine Fläche ohne eigenes Licht flach wirkt. Ihre Lichtplanung holt die Aufmerksamkeit auf Augenhöhe zurück.

Die Schwerpunktthemen der letzten Ausgabe lauteten Circularity und Resource Management, Data2Value sowie Lifestyle und Health. Das erste davon berührt Materialwahl und Standbau unmittelbar.

Licht, das durch das Getränk geht

Getränke sind transluzent, und darin liegt ihre gestalterische Stärke. Bernstein im Bier, Rubin im Saft, klare Tiefe in der Spirituose: Erst Durchlicht macht diese Farben sichtbar. Eine hinterleuchtete Regalfläche mit gleichmäßiger Leuchtdichte verwandelt eine Flaschenreihe deshalb in ein Leuchtobjekt, während ein Spot von oben vor allem den Verschluss betont.

Glas lebt zusätzlich von der Kante. Streiflicht aus flachem Winkel zeichnet Rillen, Prägungen und Etikettenränder nach und gibt der Flasche Kontur. Zwei Lichtrichtungen zusammen, weiches Durchlicht von hinten und ein schmaler Akzent von vorn, ergeben das Bild, das Besucher später fotografieren.

Dosen folgen einer anderen Logik. Aluminium gibt Licht zurück, statt es durchzulassen, also zählt hier die Fläche. Eine große, weiche Lichtquelle spiegelt sich als ruhiger Verlauf im Mantel, viele kleine Spots ergeben dagegen unruhige Punkte. Für das Druckbild auf der Dose entscheidet genau das über die Wirkung.

Spiegelungen bewusst führen

Polierter Edelstahl bildet die gesamte Halle ab, samt Nachbarstand und Deckentechnik. Planen Sie mit dieser Eigenschaft statt gegen sie. Große, diffuse Leuchtflächen erzeugen ruhige Spiegelbilder, die eine Anlage wertig wirken lassen, während eine Reihe von Punktstrahlern ein Muster aus Lichtpunkten erzeugt, das den Blick von der Maschine wegzieht.

Ebenso lohnt der Blick auf die Augenhöhe Ihres Teams. Leuchten mit Blendschutz und Ausstrahlwinkel, die auf Arbeitsflächen statt auf Gesichter zielen, halten Standpersonal und Besucher über fünf Messetage entspannt.

Bedienpanels an den Anlagen zeigen ihre Oberfläche am besten, wenn helle Quellen aus der Spiegelachse herausgedreht sind. Ein leicht geneigtes Display und ein Akzent von der Seite genügen, damit die Steuerung lesbar bleibt und die Vorführung zur Geltung kommt.

Farbwiedergabe und Zonen: warm an der Theke, neutral an der Anlage

Getränkefarben und Etikettenfarben sind Markenwerte, deshalb gehört eine hohe Farbwiedergabe zu den Grundanforderungen. Leuchtmittel mit schwacher Farbwiedergabe lassen Rot stumpf und Gelb grau erscheinen, und genau diese Töne tragen Ihre Verpackung.

Bewährt hat sich eine Zonierung nach Aufgabe. Über der Anlagentechnik arbeitet neutralweißes Licht, weil es Edelstahl sauber und Beschriftungen lesbar zeigt. Über Verkostungstheke, Lounge und Sitzgruppe wechselt die Lichtfarbe ins Warme, weil Getränke und Gesichter davon profitieren. Ein weicher Übergang zwischen beiden Zonen, etwa über eine gemeinsame indirekte Grundhelligkeit, hält den Stand als Einheit zusammen.

Dimmbare Kreise geben Ihnen den Tagesverlauf dazu. Morgens hell und aufgeräumt, am Abend zum Empfang gedämpft und wärmer: Dieselbe Fläche erzählt so zwei Geschichten.

Materialien, die den Rohstoff aufgreifen und Feuchtigkeit vertragen

Die Verkostungstheke ist auf der drinktec das Herzstück, und sie ist zugleich eine Feuchtzone. Fugenarme Oberflächen aus Mineralwerkstoff oder Edelstahl, versiegelte Kanten, ein rutschhemmender Bodenbelag und ein durchdachter Weg für Eis, Spülgut und Leergut halten diesen Bereich über fünf Tage ansehnlich.

Rund um diese Funktion darf das Material erzählen. Eichenholz greift das Fass auf, Keramik und Naturstein stehen für Wasser und Mineralität, Malz, Hopfenzapfen oder Kaffeebohnen hinter Glas verbinden das Getränk mit seinem Ursprung. Gebürstetes Aluminium und Glas sprechen dagegen die Sprache der Technik und schlagen die Brücke zur Anlagenseite Ihres Standes.

Zum Schwerpunkt Circularity passen Oberflächen, die ihre Herkunft zeigen: Platten aus recyceltem PET, Recyclingaluminium, Mehrwegglas als Gestaltungselement. Solche Entscheidungen wirken, sobald Sie sie belegen können, etwa über Materialdatenblätter am Stand. Wie sich Wiederverwendung schon in der Konstruktion anlegen lässt, beschreibt unsere Seite zum nachhaltigen Messebau.

Ein Hinweis zur Wärme: LED-Leuchten dicht über der Ausschankfläche erwärmen Gläser und Getränke. Etwas Abstand und eine gute Belüftung im Thekenkorpus halten die Temperatur dort, wo sie hingehört.

Was der Besucher am Ende in der Hand hält

Auf der drinktec entscheidet sich vieles in dem Moment, in dem ein gefülltes Glas vor jemandem steht. Licht, das die Farbe des Getränks trägt, und Oberflächen, die Herkunft und Qualität spürbar machen, verlängern diesen Moment zu einem Gespräch.

Der Abstand von vier Jahren spricht dafür, Leuchten, Rahmen und Möbel als Bestand zu planen, der eingelagert, geprüft und für den nächsten Auftritt neu bespannt wird. Für einzelne Bauteile ist Messestand mieten dabei die ruhigere Lösung. Wenn Sie Ihren Auftritt in München vorbereiten, sprechen wir gern über Fläche, Lichtkonzept und Materialkollektion: Messestand anfragen.