Auf wenigen Messen entscheidet der erste Blick so schnell wie in Köln. Zur Anuga kommen rund 8.000 Aussteller aus über 100 Ländern, und das Fachpublikum sichtet in fünf Tagen tausende Produkte, probiert, vergleicht und notiert. Damit Ihr Sortiment dabei zur Geltung kommt, leistet der Stand mehr, als man ihm ansieht: Er trägt Gewicht, versorgt Technik und lenkt Blicke.

Zehn Warenwelten unter einem Dach

Die Anuga ist als Bündel eigenständiger Fachmessen organisiert. Fine Food, Meat, Frozen Food, Chilled & Fresh Food, Dairy, Drinks, Hot Beverages, Organic und die Konzeptbereiche für Gastronomie- und Handelstechnik teilen sich das Kölner Gelände, ergänzt seit 2025 um einen eigenen Bereich für alternative Proteine. Zur Ausgabe 2025 ordnete die Koelnmesse die Hallen neu: Fine Food belegte die Hallen 1, 2.1, 3.1, 4.1, 5.2, 10.2 und 11, Meat und Frozen Food rückten gebündelt in die Hallen 6, 7 und 9, Chilled & Fresh Food in Halle 5.1, Dairy in Halle 10.1, Hot Beverages in Halle 8. Die Aufplanung erscheint je Ausgabe neu, die Logik dahinter bleibt erkennbar.

Für Ihren Auftritt hat diese Ordnung eine sehr praktische Folge: Die Fachmesse bestimmt das technische Profil des Standes gleich mit. In den Fleisch- und Frischehallen dominiert Kälte, in den Getränke- und Kaffeebereichen Wasser und Abluft, in Fine Food die Kombination aus Regal, Theke und Verkostung. Wer seine Fläche bestellt, kennt damit die Grundausstattung der Nachbarschaft und die Erwartung der Besucher.

Die Anuga findet im Zweijahresrhythmus statt, die kommenden Jahrgänge liegen 2027, 2029 und 2031, jeweils im Oktober. Das gibt Ihnen Vorlauf, und dieser Vorlauf gehört zuerst in die Statik.

Gewicht auf wenigen Quadratmetern

Lebensmittel sind schwer, und ihre Präsentationstechnik ist es erst recht. Eine bestückte Kühltheke, ein Weinregal, eine Steinplatte auf der Verkostungstheke, ein Wassertank für die Kaffeebar: Auf zwölf Quadratmetern kommen schnell mehrere hundert Kilogramm zusammen, und sie verteilen sich ungleich.

Ein Teil der Kölner Hallen ist mehrgeschossig, die Ziffer hinter dem Punkt verweist auf die Ebene. Für Obergeschosse gelten eigene Werte für die zulässige Bodenbelastung, und die Anlieferung läuft dort über Lastenaufzüge mit begrenzter Tragkraft und Kabinengröße. Beides steht im Hallendatenblatt und in den Technischen Richtlinien der Koelnmesse und gehört vor der Konstruktion auf den Tisch.

Drei Schritte halten die Lasten im Griff. Erstens: eine Gewichtsliste je Exponat, inklusive Füllung und Verpackung, früh im Projekt. Zweitens: eine Unterkonstruktion, die punktuelle Lasten flächig verteilt, etwa über Podeste mit tragendem Rahmen und Lastverteilplatten unter Kühlaggregaten. Drittens: eine Anlieferfolge, die schwere Technik zuerst auf die Fläche bringt, solange die Wege frei sind.

Auch die Wandsysteme tragen mit. Auskragende Regalböden in textilen Spannrahmen eignen sich für Verpackungen und leichte Ware. Sobald Flaschen, Konserven oder Gläser ins Regal kommen, führt der Weg zu tragenden Wandmodulen mit hinterlegter Konstruktion. Diese Entscheidung fällt im Entwurf, weil sie das gesamte Wandraster prägt.

Anschlüsse, die den Betrieb sichern

Kühlung arbeitet rund um die Uhr. Ein Stand mit Frischeprodukten braucht deshalb einen Stromanschluss mit durchgehender Versorgung über Nacht, sinnvollerweise auf einem eigenen Stromkreis, damit die Beleuchtung getrennt schaltbar bleibt. Kaffeemaschinen, Spültechnik und Handwaschbecken verlangen Wasser und Abwasser, Fritteusen und Öfen zusätzlich eine Lösung für Fett und Abluft.

Diese Leistungen bestellen Sie beim Veranstalter über das Serviceportal, und zwar innerhalb der Fristen der jeweiligen Ausgabe. Für die Kalkulation ist die saubere Trennung wichtig: Flächenmiete, Anschlüsse und Pflichtabgaben laufen direkt über die Koelnmesse, der Standbau ist eine eigene Position. Was das für Ihr Budget bedeutet, erklärt die Seite Messestand Kosten.

Dazu kommt die Hygiene. Glatte, fugenarme Oberflächen an Theken, ein separater Handwaschplatz, ein Kühlschrank im Lagerraum für den Tagesbedarf und eine durchdachte Abfalllösung halten den Betrieb sauber. Praktisch bewährt sich ein geschlossener Funktionsbereich hinter der Theke: Dort stehen Nachschub, Reinigung und Technik griffbereit und bleiben aus dem Blickfeld.

Blickachsen: die drei Sekunden im Gang

Besucher entscheiden im Vorbeigehen. Ihre Fläche hat etwa drei Sekunden, um Kategorie, Marke und Angebot zu vermitteln. Dafür arbeiten drei Ebenen zusammen: Die Rückwand trägt den Namen, die Theke trägt das Produkt, und dazwischen bleibt der Blick frei.

Die Produktzone liegt zwischen etwa 1,20 und 1,60 Metern Höhe, also auf Augenhöhe des stehenden Besuchers. Alles darunter dient dem Vorrat, alles darüber der Fernwirkung. Offene Ecken statt geschlossener Fronten ziehen Menschen in die Fläche, und eine leicht schräg gestellte Theke öffnet den Zugang aus dem Gang.

Licht entscheidet mit über die Wirkung von Lebensmitteln. Warmweißes Licht schmeichelt Backwaren, Fleisch und Holz, neutralweißes Licht lässt Fisch, Milchprodukte und Gemüse frisch erscheinen. Wichtig ist eine hohe Farbwiedergabe, damit Farben echt bleiben. Glasvitrinen brauchen Licht von vorne oder innen, damit Spiegelungen die Sicht freigeben.

Auch der Ablauf gehört in den Grundriss. Verkostungen erzeugen Stau. Wenn die Ausgabe an einer Seite liegt und der Rückweg an einer anderen, läuft die Bewegung im Kreis statt gegeneinander, und Ihre Beraterinnen und Berater behalten den Zugang zu Gesprächspartnern.

Wenn die Technik im Hintergrund arbeitet

Ein guter Anuga-Stand fällt durch das Produkt auf und durch die Ruhe, mit der alles andere funktioniert. Traglast, Anschlüsse und Blickachsen entstehen dabei im selben Entwurfsschritt, weil jede dieser Größen die anderen beiden verschiebt. Wenn Sie eine der kommenden Ausgaben planen, lohnt ein früher Termin mit Gewichtsliste, Sortimentsübersicht und Flächenzuschnitt. Welche Leistungen dabei zusammenlaufen, zeigt die Übersicht Messebau Leistungen, weitere Termine stehen im Messekalender.