Im Juni sortiert die spoga+gafa in Köln die Gartensaison des kommenden Jahres: Möbel, Grills, Pflanzenpflege, Outdoor-Ausrüstung. Für Aussteller beginnt die Arbeit lange vor dem ersten Entwurf, nämlich bei der Frage, wo auf dem Kölner Gelände die eigene Fläche liegt. Denn die Lage im Hallenplan bestimmt, welcher Einkäufer überhaupt vorbeikommt.
Drei Tage, in denen der Handel die nächste Saison einkauft
Die spoga+gafa ist die internationale Leitmesse für Garten-Lifestyle und BBQ und findet jährlich auf dem Gelände der Koelnmesse statt. Für 2027 nennt der Veranstalter den 15. bis 17. Juni, also Dienstag bis Donnerstag, und die Ausgaben bis 2032 stehen ebenfalls im Kalender. Erwartet werden weit über tausend ausstellende Unternehmen und rund 30.000 Fachbesucher aus mehr als 120 Ländern.
Auf der Besucherseite steht der Handel: Einkäufer aus Gartencentern, Bau- und Heimwerkermärkten, Möbel- und Fachhandel, Einkaufsverbänden sowie aus dem Onlinehandel. Sie kommen mit Orderlisten und legen in diesen drei Tagen fest, was ein Jahr später auf den Verkaufsflächen liegt. Die Gespräche drehen sich um Sortimentstiefe, Lieferfähigkeit, Verpackung und Preispunkte.
Diese Einkaufslogik prägt den Standbau unmittelbar. Ihre Exponate sind groß, sperrig und emotional: Loungegruppen zum Probesitzen, Grills im Vorführbetrieb, Sonnenschirme in voller Höhe, Pflanzsysteme mit echter Erde. Gleichzeitig verlangt jedes Ordergespräch einen Tisch und etwas Ruhe. Wie gut beides zusammengeht, hängt stark davon ab, welchen Zuschnitt und welche Umgebung Ihre Fläche mitbringt.
Wie die Segmente über Ihren Platz im Hallenplan entscheiden
Seit 2026 gliedert der Veranstalter das Angebot in fünf Themenwelten: Living für Möbel und Dekoration, Creation&Care für Gestaltung und Pflege des Grüns, BBQ für Grills und Zubehör, Flavour Market für kulinarische Ergänzungen sowie Outdoor Adventure für Outdoor-Lifestyle und Freizeit. Diese Zuordnung ist der erste und wichtigste Wegweiser, denn Einkäufer laufen die Themenwelten systematisch ab.
Prüfen Sie deshalb früh, in welchem Segment Ihr Sortiment seine stärkste Nachbarschaft findet. Bei Herstellern, deren Programm zwei Welten berührt, etwa Outdoor-Küchen zwischen BBQ und Living, lohnt das direkte Gespräch mit dem Veranstalter über die passende Zuordnung. Nachbarschaft ist auf dieser Messe ein Vorteil: Ein starkes Umfeld zieht genau die Einkäufer an, die auch Ihr Sortiment suchen.
Der zweite Blick gilt der Position innerhalb des Segments. Flächen nahe an einem Hallenzugang oder an einer Boulevardquerung nehmen früh im Rundgang viel Frequenz auf. Flächen in der Hallentiefe arbeiten ruhiger und häufig zu günstigeren Konditionen, dafür lebt der Auftritt dort stärker von Höhe, Beschriftung und einer klaren Sichtachse vom Gang aus.
Halle, Boulevard und Freigelände im Vergleich
Die Koelnmesse verbindet elf Hallen mit rund 284.000 Quadratmetern Hallenfläche über einen durchgehenden Boulevard, dazu kommen rund 100.000 Quadratmeter Freigelände. Für eine Gartenmesse ergeben sich daraus drei sehr verschiedene Bühnen.
In der Halle haben Sie volle Kontrolle über Licht, Ton und Wetter. Warmes Licht bringt Holz, Rattan und Textilien zur Geltung, und Ihre Grafikflächen bleiben über alle drei Tage gleich gut lesbar. Achten Sie hier auf die Deckenhöhe der jeweiligen Halle sowie auf die zulässige Bodenlast, sobald Steinelemente, Wasserspiele, Gewächshäuser oder große Pflanzkübel ins Spiel kommen. Melden Sie schwere Exponate früh an, damit Anlieferung und Aufstellung sauber getaktet werden.
Das Freigelände liefert Tageslicht und Weite, was Gartenmöbeln und Outdoor-Küchen sehr entgegenkommt. Hier planen Sie zusätzlich Verschattung, Windlasten und einen wetterfesten Bodenaufbau ein. Vorführbetriebe mit offener Flamme folgen den Vorgaben der Koelnmesse zu Abluft, Brandschutz und Sicherheitsabständen. Klären Sie diesen Punkt früh, weil er Standort und Grundriss spürbar beeinflusst.
Der Boulevard schließlich verbindet beide Welten und trägt den Hauptstrom der Besucher. Flächen mit Blickbezug zu dieser Achse profitieren von hoher Sichtbarkeit. Verbindlich für alle drei Lagen sind die Technischen Richtlinien der Koelnmesse in der Fassung zur jeweiligen Ausgabe, die Bauhöhen, Baubeschränkungszonen, Rettungswege und Materialanforderungen regeln.
Standform und Zuschnitt für großformatige Exponate
Die Standform entscheidet darüber, wie viele offene Seiten Ihre Fläche mitbringt. Ein Reihenstand öffnet sich zu einer Seite und eignet sich für klar geführte Sortimentspräsentationen. Eck- und Kopfstände bieten zwei oder drei offene Seiten und geben Loungegruppen die Blickachsen, die sie brauchen. Ein Inselstand steht frei im Raum und wirkt wie eine begehbare Terrasse, wobei er von allen Seiten ein durchdachtes Bild verlangt. Die Unterschiede erklären wir ausführlich in unseren Messebau-Leistungen.
Beim Zuschnitt lohnt eine einfache Frage: Zählt bei Ihnen Frontlänge oder Tiefe? Möbelsortimente leben von der Frontlänge, weil viele Gruppen nebeneinander sichtbar werden. Vorführungen und Küchen brauchen Tiefe, damit Zuschauer stehen können und der Betrieb ungestört läuft.
Der Bodenaufbau schafft dabei die Atmosphäre. Podeste, Holzdecks, Kies- oder Rasenflächen verwandeln eine Standfläche in einen Garten, den Einkäufer betreten und ausprobieren. Rechnen Sie Gewicht, Aufbauzeit und Rampen für die Barrierefreiheit gleich mit ein. Modulare Systeme aus Aluminiumrahmen mit textilen Bespannungen lassen sich Jahr für Jahr neu kombinieren und halten die Kreisläufe geschlossen, wie wir es unter nachhaltiger Messebau beschreiben.
Fläche früh sichern und den Hallenplan gegenlesen
Die Platzierung entsteht in einem Prozess, der bereits kurz nach der laufenden Messe beginnt. Eine frühe Anmeldung und eine kontinuierliche Teilnahme wirken sich spürbar darauf aus, welche Optionen Ihnen der Veranstalter anbieten kann. Wer sich also 2027 gut platzieren möchte, meldet sich entsprechend früh und formuliert seine Wünsche zu Segment, Lage und Zuschnitt konkret.
Sobald ein Vorschlag vorliegt, lesen Sie den Hallenplan mit dem Messebauer gemeinsam gegen. Interessant sind Gangbreiten, Säulen im Raster, benachbarte Ausgänge und Cateringpunkte, die Laufwege verschieben, sowie die Nachbarn zur Linken und Rechten. Aus diesen Angaben entsteht die Entscheidung, wo Empfang, Ordertische und Präsentationsfläche liegen.
Erst danach beginnt der Entwurf, und er beginnt mit deutlich besseren Voraussetzungen. Die Termine der kommenden Jahre finden Sie in unserem Messekalender. Wenn Sie Ihre Fläche für die spoga+gafa bereits kennen, schicken Sie uns den Grundriss gern zu, dann sprechen wir über die passende Aufplanung.