Sieben Hallen voller Entwicklerinnen und Entwickler, die Datenblätter lesen wie andere Leute die Zeitung: Die Embedded World in Nürnberg gehört zu den sachlichsten Fachmessen im deutschen Messekalender. Aufmerksamkeit gewinnt hier, wer Technik laufen lässt statt sie zu behaupten. Ruhig aufbaut dagegen, wer seine Unterlagen lange vor dem ersten Aufbautag beim Veranstalter liegen hat.
Eine Messe für Menschen, die Schaltpläne lesen
Die Embedded World findet jährlich Mitte März im Messezentrum Nürnberg statt. Seit dem Start im Jahr 2003 ist sie von zwei Hallen auf sieben gewachsen; zuletzt zeigten dort über 1.200 Aussteller ihre Lösungen, rund 36.000 Fachbesucher kamen. Die Themenfelder reichen von Hardware, Distribution und Tools über Application Software, Electronic Displays und Embedded Vision bis zu Safety & Security, IC- und IP-Design sowie einem eigenen Bereich für Start-ups. Parallel laufen die embedded world Conference und die electronic displays Conference, dazu Ausstellerforen, der embedded award und ein Student Day.
Das Publikum prägt den Stand stärker als auf jeder Publikumsmesse. Es kommen Entwickler, Systemarchitektinnen, Testingenieure und Einkäufer mit technischem Hintergrund. Sie bleiben stehen, wenn ein Board läuft, ein Messgerät etwas anzeigt oder eine Vision-Demo in Echtzeit erkennt, was vor der Kamera geschieht. Daraus folgen sehr konkrete Anforderungen an die Fläche: genug getrennte Stromkreise, eine stabile Netzwerkanbindung, Arbeitshöhen zum Stehen, blendfreies Licht über den Demoplätzen und eine ruhige Ecke für das längere Gespräch. Der Veranstalter lässt schon sehr kleine Flächen zu, entsprechend viele kompakte Reihenstände prägen das Hallenbild. Der Unterschied entsteht deshalb selten über Größe, sondern über Klarheit.
Der Fristenplan des Veranstalters gibt den Takt vor
Zwischen der Standanmeldung und dem Moment, in dem der Bodenbelag liegt, spannt sich eine Kette von Terminen, die der Veranstalter setzt. Das Muster wiederholt sich jedes Jahr, die konkreten Daten verschieben sich von Ausgabe zu Ausgabe. Maßgeblich sind daher immer die Fristen der jeweiligen Ausgabe im Ausstellerportal, alles Übrige bleibt Erfahrungswert.
Vier Blöcke verdienen einen eigenen Eintrag im Projektplan.
Die Anmeldung. Wer früh bucht, gewinnt Einfluss auf Halle, Standform und Nachbarschaft. Auf einer Entwicklermesse wiegt die Nähe zu thematisch passenden Ausstellern schwerer als die Nähe zum Eingang.
Die Bestellungen im Serviceshop. Strom, Druckluft, Wasser, Netzwerk, Standreinigung, Ausweise, Katalogeinträge: Für die meisten Positionen gibt es eine Frühbucherfrist, nach der die Preise anziehen und die Auswahl schrumpft.
Die Genehmigungsunterlagen. Sie brauchen den größten Vorlauf, weil der Veranstalter prüft und Rückfragen stellt.
Die Logistik. Aufbauzeitfenster, Zufahrtsberechtigungen, Anlieferslots für Speditionen und der Rückbau folgen in Nürnberg festen Zeitschienen.
Als Orientierung aus der Praxis: Die Standplanung startet sechs bis zwölf Monate vor der Messe. Die Genehmigungsunterlagen gehen mehrere Wochen vor dem ersten Aufbautag raus, Sonderkonstruktionen mit Standsicherheitsnachweis noch früher. Die exakten Wochenzahlen stehen in den Technischen Richtlinien der jeweiligen Ausgabe.
Was in die Standbaugenehmigung gehört
Die NürnbergMesse prüft Standbauten über ein digitales Freigabeverfahren, das durch die Einreichung führt und den Bearbeitungsstand sichtbar hält. Eingereicht werden bemaßte Unterlagen: ein Grundriss mit Standgrenzen und angrenzenden Ständen, Ansichten mit Höhenangaben, Angaben zu den verwendeten Materialien und ihrem Brandverhalten sowie eine Beschreibung besonderer Aufbauten.
Freigabepflichtig sind unter anderem geschlossene und teilgeschlossene Decken, zweigeschossige Aufbauten, Podeste ab einer bestimmten Höhe, Abhängungen an der Hallendecke, Bühnen und Tribünen sowie alles, wofür ein Standsicherheitsnachweis nötig wird. Für die zweite Ebene verlangen die Regelwerke eine geprüfte Statik, was den Vorlauf zusätzlich verlängert.
Auf der Embedded World kommen Punkte hinzu, die andere Messen selten beschäftigen. Laser in Sensorik- und Display-Demos fallen unter eigene Vorgaben, ebenso Röntgeneinrichtungen aus der Baugruppenprüfung und Störstrahler, also Geräte mit Funkaussendung. Solche Aufbauten melden Aussteller gesondert an und legen die zugehörigen Nachweise bei. Diese Meldung früh zu erledigen lohnt sich, weil sie regelmäßig eine Rückfrage auslöst.
Die Technischen Richtlinien formen den Entwurf
Das Regelwerk der NürnbergMesse beschreibt den Rahmen, innerhalb dessen die Gestaltung frei bleibt. Sechs Punkte berühren fast jeden Entwurf:
- Bauhöhen. Eine Obergrenze gilt für alle Stände. Darunter greifen Abstufungen, ab denen Sichtblenden zu den Nachbarn und Rücksprünge von den Standgrenzen dazukommen.
- Brandverhalten. Standbaumaterialien erfüllen in aller Regel mindestens die Anforderung "schwer entflammbar". Decken über gesprinklerten Flächen brauchen zusätzlich eine sprinklertaugliche Ausführung, damit die Anlage im Ernstfall durchgreift.
- Glas und glasähnliche Kunststoffe. Für Vitrinen, Trennscheiben und Geländer gelten eigene Vorgaben zu Material, Kennzeichnung und Kantenschutz.
- Abhängungen. Traversen, Banner und Beleuchtung an der Hallendecke laufen über den benannten Servicepartner, mit eigenem Bestellweg und eigener Frist.
- Hallendaten. Die Datenblätter der Hallen nennen Deckenhöhen, Bodenbelastbarkeit und die Lage der Versorgungspunkte. Der Hallenboden bleibt unversehrt, Lasten werden verteilt eingeleitet.
- Rettungswege und Löschmittel. Gänge, Ausgänge und die Ausstattung am Stand folgen festen Vorgaben.
Wer diese Punkte schon in der Entwurfsphase kennt, plant von vornherein freigabefähig. Das erspart die Schleife, in der ein fertiger Entwurf nachträglich zurechtgeschnitten wird. In unseren Messebau-Leistungen gehört die Einreichung deshalb zur Planung statt zu einer Zusatzrunde am Ende.
Frühe Freigabe verschafft dem Team Zeit für den Auftritt
Fristen und Genehmigungen wirken nach Verwaltung, tatsächlich entscheiden sie über die Ruhe der letzten Wochen vor der Messe. Liegt die Freigabe vor, wandert die Aufmerksamkeit dorthin, wo sie Wirkung entfaltet: auf die Demos, auf die Gesprächsführung am Stand und auf die Nachbereitung der Kontakte. Kontaktdaten erfassen Sie dabei stets mit ausdrücklicher Einwilligung der Besucher, sauber dokumentiert und zügig weiterverarbeitet, damit aus einem Fachgespräch in Nürnberg später ein Projekt wird.
Die kommenden Jahrgänge der Embedded World stehen in unserem Messekalender. Wenn Ihr Auftritt in Nürnberg aus einer Hand kommen soll, von der Standskizze über die Nachweise und die Einreichung bis zum Aufbau, sprechen Sie uns gern an.