Steht auf Ihrer Wunschmesse nur eine begrenzte Standflaeche zur Verfuegung, taucht frueher oder spaeter die Frage nach der zweiten Ebene auf. Ein Doppelstock-Messestand verspricht mehr Raum ohne mehr Grundflaeche, bringt aber auch zusaetzlichen Aufwand bei Planung, Genehmigung und Aufbau mit sich. Lohnt sich die zweite Ebene fuer Ihren Auftritt, oder reicht ein ebenerdiger Stand? Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten Punkte sachlich ein, damit Sie die Entscheidung auf einer belastbaren Grundlage treffen koennen.

Was ist ein Doppelstockstand

Ein Doppelstock- oder zweigeschossiger Stand ist ein Messestand, der eine begehbare zweite Ebene ueber dem Erdgeschoss besitzt. Ueber eine Treppe erreichen Besucher und Personal das Obergeschoss, das je nach Konzept als Besprechungsraum, Lounge oder Rueckzugsbereich dient. Das Erdgeschoss bleibt fuer die klassische Standarbeit frei, also fuer Empfang, Produktpraesentation und offene Gespraeche.

Technisch ist ein solcher Aufbau eine Sonderkonstruktion. Er verlaesst den Rahmen des reinen Flaechenstands und bildet eine tragende Struktur mit Stuetzen, einer Zwischendecke und einer Treppe. Genau daraus ergeben sich die spaeter beschriebenen Anforderungen an Statik und Genehmigung. Moderne Systembauweisen erlauben es, auch die zweite Ebene modular und wiederverwendbar zu planen, sodass sich die Konstruktion fuer weitere Einsaetze anpassen laesst.

Wann sich die zweite Ebene lohnt

Der haeufigste Grund fuer einen Doppelstock-Messestand ist Flaechenknappheit. Ist die verfuegbare Grundflaeche in einer gefragten Halle begrenzt oder vergleichsweise teuer, verdoppelt die zweite Ebene die nutzbare Flaeche, ohne dass Sie zusaetzlichen Boden anmieten muessen. Aus einer kompakten Grundflaeche wird so ein Auftritt mit deutlich mehr Programm.

Ein zweiter Grund ist der Bedarf an ruhigen Besprechungszonen. Das Obergeschoss laesst sich vom Trubel der Halle abheben und eignet sich fuer vertrauliche Gespraeche, Vertragsverhandlungen oder Bewirtung ausgewaehlter Gaeste. Waehrend unten die offene Ansprache laeuft, entsteht oben ein geschuetzter Rahmen fuer den intensiveren Austausch.

Hinzu kommt die Repraesentation. Ein zweigeschossiger Stand ist schon von Weitem sichtbar, ragt ueber die umliegenden Reihen hinaus und signalisiert Praesenz. Fuer Aussteller, die ihre Marke auf einer Leitmesse sichtbar positionieren wollen, ist diese Fernwirkung ein eigenstaendiges Argument. Ob sich der Aufwand rechnet, haengt allerdings davon ab, ob Sie die gewonnene Flaeche wirklich mit Funktion fuellen, etwa mit Besprechungsraeumen, Catering oder Lager. Als reiner Blickfang allein traegt die zweite Ebene ihre Kosten selten.

Grob lohnt sich ein Doppelstockstand vor allem in diesen Situationen:

  • Die Grundflaeche ist knapp oder teuer, der Raumbedarf aber hoch.
  • Sie benoetigen abgeschirmte Besprechungs- oder Bewirtungszonen.
  • Fernwirkung und Sichtbarkeit in der Halle sind erklaerte Ziele.
  • Das Obergeschoss erhaelt eine klare Funktion, nicht nur eine Aussichtsplattform.

Wie viel Flaeche die zweite Ebene bringt

Der Flaechengewinn ist der greifbarste Vorteil. Im guenstigen Fall steht Ihnen oben noch einmal ein grosser Teil der Grundflaeche als nutzbare Ebene zur Verfuegung. In der Praxis faellt die obere Ebene meist etwas kleiner aus als das Erdgeschoss, weil die Treppe Platz beansprucht und die Technische Richtlinie der Messe haeufig Abstaende zu den Standgrenzen oder Rueckzuege der oberen Kante vorschreibt.

Wichtig ist, dass die zweite Ebene die Grundflaeche nicht ersetzt, sondern ergaenzt. Unten bleibt Raum fuer den Empfang und die Praesentation, oben entsteht zusaetzliche Funktion. Damit sich dieser Zugewinn wirklich auszahlt, sollte die Flaeche vorab konkret verplant sein. Erst wenn feststeht, dass die obere Ebene einen echten Zweck erfuellt, wird aus dem Flaechengewinn auch ein Nutzen.

Genehmigung und Statik

Weil ein Doppelstockstand eine Sonderkonstruktion ist, gelten strengere Regeln als beim ebenerdigen Stand. Grundlage sind immer die Technischen Richtlinien der jeweiligen Messegesellschaft. Sie legen fest, ob und in welcher Form zweigeschossige Staende zulaessig sind, welche Bauhoehen gelten und welche Unterlagen einzureichen sind. Da sich diese Vorgaben je Messe und Jahr unterscheiden, sollten Sie sie immer fuer die konkrete Veranstaltung pruefen und nicht von einer anderen Messe uebertragen. Einen allgemeinen Ueberblick zum Ablauf finden Sie in unserem Ratgeber zu den Technischen Richtlinien und der Standbaugenehmigung.

Fuer die obere Ebene verlangen die Veranstalter in aller Regel einen Statiknachweis. Damit weist ein Fachplaner rechnerisch nach, dass die Konstruktion die auftretenden Lasten sicher traegt, also das Eigengewicht, die Personen im Obergeschoss und Zuschlaege fuer Bewegung und Ausstattung. Bei zweigeschossigen Staenden wird dieser Nachweis oft zusaetzlich durch einen unabhaengigen zweiten Statiker geprueft. Die bemassten Standplaene samt Nachweisen muessen fristgerecht vor Aufbaubeginn eingereicht werden, und der Aufbau darf erst nach dem Genehmigungsvermerk starten. Die genauen Fristen nennt die jeweilige Messe, sie liegen fuer Sonderkonstruktionen erfahrungsgemaess frueher als bei einfachen Staenden.

Hinzu kommen Anforderungen an Brandschutz und Fluchtwege. Verbaute Materialien muessen in der Regel mindestens schwer entflammbar sein, und fuer eine zweite Ebene koennen zusaetzliche Vorgaben zu Treppen, Gelaendern und Rettungswegen gelten. Auch diese Punkte regeln die Technischen Richtlinien der Messe. Der fruehe Blick in diese Unterlagen erspaart spaetere Umplanungen.

Aufwand, Kosten und Planung

Die zweite Ebene erhoeht den Aufwand in mehreren Bereichen. Die Konstruktion ist komplexer, es kommen Statik, Treppe, Zwischendecke und oft eine aufwendigere Beleuchtung hinzu. Das schlaegt sich in laengeren Auf- und Abbauzeiten nieder, weil mehr Bauteile montiert und wieder demontiert werden muessen und die Abnahme der Konstruktion Zeit braucht. Planen Sie fuer einen Doppelstockstand daher mehr Vorlauf und laengere Belegungszeiten in der Halle ein.

Auch die Kosten liegen ueber denen eines vergleichbaren ebenerdigen Stands, ohne dass sich das pauschal beziffern laesst. Sie steigen durch die Statikpruefung, die aufwendigere Konstruktion, das hoehere Materialaufkommen und die laengere Montage. Dem steht der Flaechengewinn gegenueber, der bei knapper und gefragter Standflaeche wirtschaftlich sinnvoll sein kann. Ob die Rechnung aufgeht, laesst sich nur im konkreten Fall beurteilen, abhaengig von Halle, verfuegbarer Flaeche und Ihren Zielen fuer den Auftritt.

Als Orientierung, ab welcher Standgroesse ein Doppelstockstand ueberhaupt sinnvoll ist, gilt: Auf sehr kleinen Reihenstaenden lohnt sich die zweite Ebene selten, weil Treppe und Stuetzen zu viel vom knappen Erdgeschoss beanspruchen. Sinnvoll wird der Aufbau meist erst bei groesseren Insel- oder Kopfstaenden, auf denen genug Grundflaeche bleibt, um unten weiter komfortabel zu arbeiten und oben eine echte Nutzflaeche zu gewinnen. Der Bedarf an Besprechungs- oder Bewirtungsflaeche ist dabei oft ein besserer Massstab als die Quadratmeter allein.

Welche Ebene fuer Ihren Auftritt die richtige ist, haengt stark von der konkreten Messe ab. Wie unterschiedlich die Rahmenbedingungen ausfallen koennen, zeigen unsere messespezifischen Ratgeber, etwa zum Messestand fuer die Hannover Messe oder zum Messestand fuer die Automechanika in Frankfurt. Einen Ueberblick ueber das gesamte Leistungsspektrum von der Konzeption bis zur Montage finden Sie auf der Seite zu unseren Messebau-Leistungen.

Fazit

Ein Doppelstock-Messestand lohnt sich vor allem dann, wenn die Grundflaeche knapp ist und Sie zusaetzliche Funktion wie Besprechungs- oder Bewirtungszonen brauchen. Die zweite Ebene bringt Flaeche und Sichtbarkeit, verlangt aber einen Statiknachweis, eine fristgerechte Genehmigung nach den Technischen Richtlinien der Messe und mehr Aufwand bei Kosten und Aufbau. Sinnvoll wird sie in der Regel erst ab groesseren Insel- oder Kopfstaenden mit klar verplanter oberer Ebene. Wenn Sie abwaegen moechten, ob sich die zweite Ebene fuer Ihren naechsten Auftritt rechnet, erreichen Sie uns unter 069 201 65 001 oder per E-Mail an info@dietrendsetzerei.de.