Vom 6. bis 8. Oktober 2026 läuft die 43. Motek in Stuttgart. Drei Tage, ein streng fachliches Publikum und ein Ausstellerfeld, das von der Zuführtechnik über Fügeverfahren bis zum Industrieroboter reicht. Abgeschlossen wird auf dieser Messe selten am Stand: Hier entstehen Gespräche, aus denen Monate später Projekte werden.

Ein Publikum, das Technik prüft

Die Motek ist die internationale Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung und wird von der P. E. Schall GmbH & Co. KG veranstaltet. Parallel läuft die Bondexpo für Klebtechnologie, beide Messen teilen sich das Gelände der Messe Stuttgart. Über die Gänge gehen Fertigungsplaner, Konstrukteure, Betriebsleiter und Einkäufer mit technischem Hintergrund.

Das prägt jedes Gespräch. Besucher kommen mit einer konkreten Aufgabe: eine Taktzeit senken, eine Handhabung automatisieren, eine Prüfstation ersetzen. Sie erwarten Antworten auf Fachniveau und erkennen binnen Sekunden, ob am Stand jemand steht, der die Anwendung wirklich versteht.

Für den Messeauftritt heißt das: Substanz schlägt Bühne. Ein laufendes Exponat, eine ehrliche Taktzeitangabe und ein Ansprechpartner, der die Grenzen des eigenen Systems kennt, wirken stärker als jede Hochglanzwand. Der Stand liefert den Rahmen, das Team liefert den Inhalt.

Das Standteam ist Ihr eigentliches Exponat

Beginnen Sie die Personalplanung mit Zahlen statt mit Gefühl. Bei drei Messetagen und rund acht Öffnungsstunden kommt jedes Teammitglied auf etwa 24 Stunden Präsenz. Ein qualifiziertes Erstgespräch auf der Motek dauert erfahrungsgemäß 15 bis 30 Minuten, weil technische Randbedingungen geklärt werden. Daraus ergibt sich, wie viele Kontakte pro Kopf realistisch sind, und daraus wiederum die Teamgröße.

Mischen Sie die Rollen bewusst. Der Vertrieb qualifiziert und ordnet ein, ein Anwendungstechniker beantwortet die Detailfragen zu Greifer, Schnittstelle oder Steuerung, eine dritte Person hält den Stand am Laufen: Getränke, Ordnung, Rückstau am Exponat auflösen.

Legen Sie vorher fest, was ein guter Kontakt für Sie ist. Drei bis vier Qualifizierungsfragen genügen: Welche Anwendung? Welcher Zeithorizont? Welches Budget ist hinterlegt? Wer entscheidet mit? Wer diese Fragen im Gespräch unterbringt, sortiert bereits am Stand vor und erspart der Nachbereitung Wochen.

Planen Sie Schichten mit echten Pausen. Sechs Stunden am Stück führen zu flacheren Gesprächen am Nachmittag. Zwei Schichten pro Tag mit sauberer Übergabe halten das Niveau bis zum Donnerstagnachmittag oben, und genau dann entstehen oft die ruhigsten und besten Gespräche.

Leaderfassung, die das Gespräch trägt

Die Erfassung gelingt, wenn sie sich dem Gespräch unterordnet. Auf der Motek stehen die Beteiligten meist vor einer laufenden Anlage. Jede Eingabe, die länger als eine Minute dauert, kostet Aufmerksamkeit.

Bewährt hat sich ein kurzes digitales Formular auf dem Tablet mit wenigen Pflichtfeldern und einem großen Freitextfeld für die Anwendung. Der Veranstalter stellt in der Regel ein eigenes Lead-System mit Badge-Scan bereit. Prüfen Sie frühzeitig im Ausstellerportal, welche Variante zur Verfügung steht und in welchem Format sich die Daten exportieren lassen.

Entscheidend ist die Einwilligung. Erfassen Sie Kontaktdaten sichtbar und im Beisein des Besuchers, erklären Sie in einem Satz, wofür Sie die Angaben verwenden, und holen Sie die Zustimmung aktiv ein. Ein kurzer Hinweis auf dem Tablet, den der Besucher mitliest, genügt meist. Das schafft Vertrauen und hält die spätere Ansprache rechtlich sauber.

Der wertvollste Teil eines Leads steht selten in den Pflichtfeldern, sondern in der Notiz. „Sucht Zuführung für Kleinteile unter fünf Gramm, Serienstart im dritten Quartal, Werksleiter entscheidet mit" ist mehr wert als zehn Visitenkarten. Reservieren Sie dafür ausdrücklich Platz und füllen Sie das Feld direkt nach dem Gespräch aus, solange die Details präsent sind.

Die zwei Wochen nach dem Abbau

Der Ertrag einer Messe entsteht nach der Messe. Legen Sie den Nachfassplan fest, bevor der erste Karton gepackt wird, und blocken Sie die Zeit im Kalender aller beteiligten Kollegen.

Bewährt hat sich eine Staffelung. A-Kontakte mit konkretem Projekt erhalten binnen 48 Stunden eine persönliche Nachricht, die auf das Gespräch Bezug nimmt und einen Termin vorschlägt. B-Kontakte bekommen in der ersten Woche Unterlagen zur genannten Anwendung. C-Kontakte wandern in den Verteiler für den nächsten Fachbeitrag.

Übertragen Sie die Leads täglich ins CRM, statt am letzten Messetag einen Stapel Karten einzupacken. Zwanzig Minuten am Abend genügen, und am Ende der Messe liegt eine saubere Liste vor statt einer offenen Aufgabe.

Messen Sie das Ergebnis an Kennzahlen, die Sie im Folgejahr erneut erheben können: Kontakte gesamt, davon qualifiziert, Angebote aus der Messe, Auftragswert nach zwölf Monaten. Diese vier Werte machen den nächsten Motek-Auftritt planbar und die interne Budgetfreigabe deutlich leichter.

Was der Stand dazu beiträgt

Ein Layout kann Gespräche fördern. Auf der Motek bewähren sich offene Ecken, in denen das Exponat vom Gang aus sichtbar läuft, und eine ruhigere Zone dahinter für die Vertiefung. Zwei bis drei Sitzplätze reichen häufig aus, ein geschlossener Besprechungsraum lohnt sich ab mittlerer Standgröße.

Denken Sie die Technik früh mit: Stromanschluss und Druckluft für das Exponat, ein abschließbarer Lagerraum für Muster und Jacken, eine Ablage für Tablets samt Ladepunkt. Wer eine Anlage vorführt, plant zusätzlich den Sicherheitsabstand zum Gang ein.

Weil die Motek jährlich stattfindet, rechnet sich ein modularer Systemstand hier besonders schnell: Dieselbe Struktur trägt im Folgejahr eine neue Grafik und ein neues Exponat. Wie sich das auf das Budget auswirkt, zeigt unsere Übersicht zu den Messestand-Kosten.

Gute Nachbereitung wiegt schwerer als zusätzliche Quadratmeter

Die Motek belohnt Aussteller, die ihre Technik erklären und den Kontakt danach ernst nehmen. Ein klar besetzter Stand, eine schlanke und einwilligungsbasierte Leaderfassung und ein verbindlicher Nachfassplan wiegen schwerer als jeder zusätzliche Quadratmeter. Termin und weitere Jahrgänge finden Sie in unserem Messekalender. Für die Planung Ihres Auftritts in Stuttgart sprechen wir gern über Layout, Exponatfläche und Zeitplan: Messestand anfragen.